Reise 2018 Teil 2

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Gestern früh übrigens war der Himmel bedeckt, im Laufe des Tages wurde es dann sonnig und schön. Jetzt, ist es gleich 5:00 Uhr, ist es auch wieder bedeckt, es regnet ab und zu, zumindest das Wetter macht es mir leichter Abschied zu nehmen.

Geschlafen habe ich wieder sehr gut und was ich wieder für viele wahnsinnige Träume gehabt habe! Wenn ich mich nur erinnern könnte, alles ist weg.

Nun noch paar Schlussgedanken:

Keine einzige schwedische Mücke hat mir das Blut ausgesaugt, ich habe weder chemischen Mückenschutz genommen noch das Netz auf dem Kopf gehabt, um mich vor ihren Angriffen zu schützen.

In Schweden habe ich keinen einzigen frei lebenden Elch gesehen. Aber dafür haben mich die Elche entschädigt, die ich in den Farmen gesehen und gefühlt habe. Sowohl die Bullen, die Kühe und natürlich auch die kleinen, die Babys.

Eine schwedische Besonderheit sind die Autofahrer. Der überwiegende Teil von ihnen ist sehr rücksichtsvoll, lässt einen aber auch manchmal verzweifeln. Insbesondere dann, wenn im gleichmäßig weiten Abstand hinter mir Autos sind, die einfach trotz mehrfacher Aufforderung nicht überholen wollen. Egal wie weit ich die Geschwindigkeit verringere, sie bleiben weit hinter mir. Eine Ausnahme davon sind die LKW-Fahrer, sie überholen sofort, wenn ich den Blinker setze. Ich habe auch festgestellt, das ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle diesbezüglich gibt. Hier im Süden fahren die Autofahrer aggressiver als im Norden. Fast ausnahmslos halten Sie sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen. Es gibt im übrigen sehr viele automatische Blitzer, diese werden aber auch immer ausnahmslos ein paar Meter vorher angekündigt. Ich glaube, ich habe nie ein Auto überholt. Eine Ausnahme war gestern auf der Autobahn, ein Pkw mit Caravan, der meine Reisegeschwindigkeit von 70 km/Stunde unterschritten hat.

Ich war nur ein einziges Mal auf einem Campingplatz, ansonsten habe ich immer frei übernachtet. Meistens stand ich ganz allein da. Ich hatte auch fast ausnahmslos besondere Plätze zum übernachten, ich konnte fast immer mein morgendliches Bad nehmen.

Ich hatte sehr großes Glück mit dem Wetter, in den zwei Monaten hat es vielleicht drei, maximal vier Tage gegeben, an denen es geregnet hatte. Gestört hat mich das allerdings nicht. Auch das Temperaturgefälle mit überraschendem Schneefall war kein Problem für mich.

Mein Auto hat mich nicht im Stich gelassen, brav hat es die 4000 km hinter sich gebracht. Das Problem mit dem Verteilergetriebe war ja auf einen von außen einwirkendes Ereignis zurückzuführen.

Meine Solaranlagen haben gut funktioniert, ich hatte immer Strom zur Verfügung, egal ob die Sonne geschienen hat oder nicht.

Ich habe viel gesehen von Schweden, für mich ist der Norden landschaftlich gesehen die interessantere Gegend.

Ich möchte euch allen danken, dass ihr mit mir zusammen diese Reise gemacht habt…

Mein Morgenbad habe ich genommen, mein Auto steht schon auf dem Hafengelände. Ich bin in die Stadt gegangen und dort in das Museum. Im Museum steht unter anderem ein Wikinger, der hier in einem Grab gefunden wurde. Das Besondere an ihm sind die geschliffenen Zähne die wohl darauf hinweisen, dass es sich um einen Händler, nicht aber um einen Krieger gehandelt hat.

Etwas zum zweiten Weltkrieg und Schwedens Rolle dabei: 

Schweden war, wie jeder weiß, nicht am Krieg beteiligt. Es hat seine Neutralität erklärt. Trotzdem war ein großer Teil der männlichen Bevölkerung von Trelleborg im sogenannten Bereitschaftsdienst, oft auch weit von zu Hause entfernt. 

Ab 18:00 Uhr wurde verdunkelt, die Straßenlaternen werden ausgeschaltet und die Fenster mussten verdeckt werden. 

Die Fähren zwischen Trelleborg und Saßnitz, die noch fuhren, mussten sowohl mit Minen als auch mit Torpedoangriffen rechnen.  Ab 1942 wurde der zivile Schiffsverkehr komplett eingestellt. Zwischen 1940 und 1943 erfolgten militärische Transporte von deutschen Soldaten, Ausrüstung und Kriegsgerät von Trelleborg aus Richtung Norwegen. Ab 1943, als sich das Kriegsglück auch für bis dahin wohlwollende Betrachter von Deutschland abgewandt hatte, wurde dieser Verkehr auf Wunsch der schwedischen Regierung eingestellt. 

Nach dem Ende des Krieges kamen täglich Züge aus Norwegen an, die jeweils mit 2000 deutsche Soldaten besetzt waren und die hier darauf warteten, entweder nach Deutschland oder die Sowjetunion verfrachtet zu werden. 

Es versuchten aber auch viele Deutsche nach dem Kriegsende sich nach Schweden abzusetzen, aber auch viele Balten, da diese zum großen Teil auf deutscher Seite gekämpft hatten. 

Die schwedische Regierung hatte jedoch beschlossen, sowohl die deutsche Flüchtlinge, als auch die Balten zurückzusenden. Besonders schlimm soll es gewesen sein, als die Balten an Bord des russischen Schiffes Kuban verfrachtet wurden, hineingeprügelt wurden.

Viele von ihnen wurden danach in der Sowjetunion hingerichtet oder bis zum Ende der Herrschaft des Vaters aller Völker, des großen siegreichen Marschalls, des großen Stalin, verbannt.

Durch das Museum hat mich im übrigen eine Dame geführt, sie konnte etwas Deutsch, ist im Museum angestellt und war sozusagen meine persönliche Begleitung innerhalb des Museums.

Es ist 15.10 Uhr, ich bin an Bord und die Abfahrtszeit ist schon 10 Minuten überschritten. Gerade wurde ein polnische LKW Fahrer und ein Litauer aufgefordert, sich sofort an der Information einzufinden. Was da wohl nicht stimmen mag...

Die Terroristen haben es sich anders überlegt… Ich bin doch heil angekommen. In 15 Minuten ist der Hafen erreicht, schon fährt das Schiff auf der Warnow Richtung Rostock.

Ich betrete in Kürze sozusagen wieder heimatlichen (ich empfinde es nicht so) Boden. Die Überfahrt war unspektakulär, allerdings waren doch schon recht große Wellen da die so hoch waren, dass die Fenster überspült worden sind. Auch habe ich mich mit einem Paar aus Chemnitz sehr gut unterhalten die an meinem Tisch gesessen sind. Sie waren mit einem kleinen Caravan hauptsächlich in Norwegen unterwegs.
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Erstellt von juergen pfeil